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Alles über die Pflege
in Deutschland

Pflegeberuf - Pflegerade - Pflegeversicherung

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Pflegeausbildung

EINHEITLICHES BERUFSBILD PFLEGE

Nachfolgenden Ausführungen beziehen sich ausschließlich auf das Pflegeberufegesetz und die Pflegeausbildung ab dem 1. Janaur 2020!

Die Ausbildung der drei bisherigen Pflegeberufe Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege wurde ab dem 1. Januar 2020 zusammengefasst und vereinheitlicht. Die eigenständige Ausbildung für jedes dieser Berufsfelder ist weggefallen. Es wird bundesweit eine einheitliche dreijährige Ausbildung mit einem Abschluss zur "Pflegefachfrau" und zum "Pflegefachmann" geben. Abgeschafft wird das bisher für die Ausbildung zu zahlende Schulgeld. Stattdessen wird eine Ausbildungsvergütung in ganz Deutschland eingeführt.

Pflegeberufegesetz als Grundlage der Pflegeausbildung

Die Pflegeausbildung nach dem Pflegeberufegesetz löst ab 2020 die Ausbildungen nach dem Altenpflegegesetz und dem Krankenpflegegesetz ab.

Die neue, generalisierende Pflegeausbildung, wie sie im Pflegeberufegesetz vorgesehen ist, beginnt am dem 1. Januar 2020.

Das bedeutet, dass das Pflegeberufegesetz für alle Ausbildungen maßgebend ist, die ab dem 1. Januar 2020 beginnen.

An sich sollte das Pflegeberufegesetz und die generalisierende Pflegeausbildung schon viel eher in Kraft treten. Das war allerdings nicht möglich, da der Gesetzgeber noch begleitenden Rechtsverordnungen erarbeiten musste. Zudem musste Ausbildungseinrichtungen und Pflegeschulen genügend Zeit gegeben werden, um sich auf die neue Ausbildung einzurichten.

Außerdem war erforderlich, den bestehenden Pflegeschulen Übergangs- und Bestandsschutzregelungen zu gewähren.

Fazit: Pflegeausbildungen, die bis zum 31. Dezember 2019 nach dem Altenpflegegesetz oder dem Krankenpflegegesetz begonnen werden, können auch nach diesen Regelungen abgeschlossen werden.

Berufliche Pflegefachausbildung

Der Pflegeberuf war bereits zu Zeiten der Ausbildung zum Krankenpfleger und Altenpfleger bzw. Krankenpflegerin und Altenpflegerin als berufliche Fachausbildung konzipiert; die fachberufliche Ausbildung in der Pflege hat sich in Deutschland bewährt.

Die neue generalisierende berufliche Pflegeausbildung vermittelt das das Fachwissen, das für die selbstständige und prozessorientierte Pflege von Menschen aller Altersstufen in akut und dauerhaft stationären sowie ambulanten Pflegesituationen erforderlich ist.

Die Pflegeausbildung geht von einem hohen Maß an Eigenverantwortlichkeit und Selbstständigkeit und der Befähigung zu multidisziplinärer und interprofessioneller Zusammenarbeit aus. Aus diesem Grund stellt das neue Pflegeberufegesetz bestimmte Zugangsvoraussetzungen für die Pflegeausbildung ausf.

Die Pflegeausbildung dauert in Vollzeit drei Jahre. Sie setzt sich zusammen aus theoretischem und praktischem Unterricht an Pflegeschulen und einer praktischen Ausbildung.

Ziel der generalistischenPflegeausbildung

Ziel der generalistischen Ausbildung in der Pflege ist es, dass eine ausgebildete Pflegefachkraft die Fähigkeit besitzt, Menschen aller Altersgruppen in allen Versorgungsformen zu pflegen. Die Pflege wird in Zukunft einer andauernden Veränderung unterliegen, wobei in sämtlichen Versorgungsbereichen ältere Menschen den größten Anteil an Pflegebedürftigen stellen werden. Kerninhalt der Ausbildungsreform in der Pflege ist das Vereinheitlichen der bisher im Altenpflegegesetz und im Krankenpflegegesetz geregelten Ausbildungen in der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege mittels des Pflegeberufegesetzes, das am 1. Januar 2020 in Kraft tritt. Die neue Pflegeausbildung wird am Anfang etwa 150.000 Auszubildende in der Pflege betreffen.

Warum eine Reform der Pflegeberufe erforderlich war

Einfacher Wechsel aus der Altenpflege in die Krankenpflege

Wesentlichen Inhalt des Pflegeberufegesetzes ist die Statuierung einer generalistischen beruflichen Ausbildung in der Pflege über drei Jahre. Es wird der Abschluss "Pflegefachfrau" bzw. "Pflegefachmann" erworben. Die neue Pflegeausbildung besteht aus einer schulischen und auch einer praktischen Ausbildung. Es werden Kompetenzen für die selbstständige und am Pflegeprozess orientierte Pflege von Menschen aller Altersstufen in allen Versorgungsbereichen erworben. Auf diese Weise wird es künftig im Berufsleben einfach möglich sein, zwischen den einzelnen Pflegebereichen zu wechseln. Dadurch können die Pflegekräfte auf mehr Stellenangebote an ihrem Wohnort zurückgreifen und erhalten ein generell ein größeres Angebot für ihren beruflichen Einsatz und beruflichen Aufstieg.

Ausbildung in der Pflege wird attraktiver

Dier Ausbildungsinhalte in der Pflege werden modernisiert, die Pflegeschulen besser ausgestattet und es die Betriebe erhalten eine bessere Praxisanleitung.

Die berufliche Pflegeausbildung sieht die Zahlung von Schulgeld nicht vor. Im Gegenteil haben die Auszubildenden einen Anspruch auf eine angemessene Ausbildungsvergütung.

In der Pflege gibt es nunmehr sogenannte Vorbehaltsaufgaben, die eine besondere Qualifikation erfordern. Diese Vorbehaltsaufgaben dürfen nur von Pflegefachkräften durchgeführt werden.

Struktur der Pflegeausbildung

Die berufliche Pflegeausbildung beinhaltet – wie dargestellt - theoretische und praktische Unterrichtseinheiten und eine praktischen Ausbildung. Entsprechend den Vorgaben der Berufsanerkennungsrichtlinie der EU überwiegt der praktische Ausbildungsanteil.

Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Pflegeberufe

Die Einzelheiten des theoretischen und praktischen Unterrichts und der praktischen Ausbildung finden sich in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung, die auf § 56 Pflegeberufegesetz basiert. Dort wird auch die staatlichen Abschlussprüfung näher geregelt.

Die Fachkommission nach dem Pflegeberufegesetz erarbeitet, Rahmenlehrpläne und Rahmenausbildungspläne für die inhaltliche Ausgestaltung der Pflegeberufe, und zwar auf der Basis der Kompetenzbeschreibungen in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV) von Oktober 2018. Diese Pläne erhalten die Pflegeschulen und die Träger der praktischen Pflegeausbildung. Es handelt sich dabei um Empfehlungen.

Pflegeschulen

Nach § 6 Absatz 2 Pflegeberufegesetz muss der theoretische und praktische Unterricht an einer Pflegeschule stattfinden. Pflegeschulen sind entweder staatliche Schulen oder sie müssen staatlich anerkannt sein und den Mindestanforderungen nach § 9 Pflegeberufegesetz genügen. § 60 Pflegeberufegesetz enthält eine Bestandsschutzregelung für die Weitergeltung staatlicher Anerkennung von Pflegeschulen.

Lehrplan

Der Unterricht folgt einem Lehrplan, den die jeweilige Pflegeschule erstellt.

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Praktische Ausbildung

Die praktische Ausbildung findet für alle Auszubildenden in den Einsatzbereichen der allgemeinen Akut- und Langzeitpflege, sowohl ambulant als auch stationär sowie in der pädiatrischen und psychiatrischen Versorgung statt. Jeder Pflegeschüler kann mittels eines Vertiefungseinsatzes in einem dieser Bereiche einen Ausbildungsschwerpunkt setzen.

Die praktischen Pflegeausbildung erfolgt auf der Grundlage eines Ausbildungsplans, den der Träger der praktischen Ausbildung (§ 8 Pflegeberufegesetz) erstellt. Die Auszubildenden müssen im Rahmen der praktischen Ausbildung Pflichteinsätze in den allgemeinen und speziellen Bereichen der Pflege leisten sowie einen Vertiefungseinsatz und weitere Einsätze in den Einrichtungen nach § 7 Pflegeberufegesetz.

Praxisanleitung

Grundlegende Bestandteile der praktischen Ausbildung sind die Praxisanleitung in den Einrichtungen und die Praxisbegleitung durch die Pflegeschule. Die Praxisanleiter der Auszubildenden sind Beschäftigte in den Einrichtungen. Sie weisen die Auszubildenden vor Ort in die pflegerischen Aufgaben und Tätigkeiten schrittweise anhand des Ausbildungsplans ein und leiten sie an. Das bedeutet, dass die Praxisanleitung eine wesentliche Rolle beim Erwerb der nach diesem Pflegeberufegesetz beschriebenen Kompetenzen einnimmt. Mit dem Pflegeberufegesetz sollte bewusst eine Aufwertung der Praxisanleitung erzielt werden. Die Praxisanleitungen müssen mindestens zehn Prozent der auf den jeweiligen Einsatz entfallenden praktischen Ausbildungszeit beinhalten.

Die Pflegeschule muss die praktische Ausbildung durch die von ihr zu gewährleistende Praxisbegleitung vor Ort in angemessenem Umfang unterstützen.

Qualifizierung der Praxisanleiter

Die Qualifizierung der Praxisanleiter und weitere Einzelheiten sind in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung auf der Grundlage von § 56 Pflegeberufegesetz geregelt.

Die Praxisanleitung in den Einrichtungen sowie die Praxisbegleitung durch die Pflegeschulen sind Teil der Pflegeausbildungskosten nach § 27 Pflegeberufegesetz.

Kooperationsverträge

Es ist eine enge Zusammenarbeit der Pflegeschule, des Trägers der praktischen Ausbildung sowie den weiteren an der Ausbildung beteiligten Einrichtungen vorgeschrieben. Um dies abzusichern und erfolgreich zu gestalten, müssen die Beteiligten entsprechende Kooperationsverträge abschließen. Das Pflegeberufegesetz sieht vor, dass zwischen der Pflegeschule, insbesondere den für die Praxisbegleitung zuständigen Lehrkräften, dem Träger der praktischen Ausbildung sowie den an der praktischen Ausbildung beteiligten Einrichtungen und den Praxisanleitern l auf Grundlage der Kooperationsverträge ein regelmäßiger Austausch erfolgt.

Ausbildungsvertrag und Ausbildungsvergütung

Der Träger der praktischen Ausbildung und der Auszubildende schließen einen Ausbildungsvertrag ab. Es wird eine Ausbildungsvergütung gezahlt. Der Träger der praktischen Ausbildung hat die Verantwortung für die Durchführung der praktischen Ausbildung.

Aufgrund der unterschiedlichen Einsatzbereiche sind in aller Regel mehrere Einrichtungen an der praktischen Ausbildung beteiligt. Der Pflegeschule kommt die Gesamtverantwortung für die Koordination des Unterrichts mit der praktischen Ausbildung zu. Am Ende der Pflegeausbildung steht ein einheitlicher Abschluss in Form einer staatlichen Abschlussprüfung. Das Abschlusszeugnis weist den in der praktischen Ausbildung gewählte Vertiefungseinsatz aus.

Teilzeitausbildung ist möglich

Die Pflegeausbildung kann auch in Teilzeit abgeschlossen werden. Naturgemäß verlängert sich die Ausbildungsdauer entsprechend. Erfolgreich abgeschlossene Ausbildungen oder Teile davon können - wenn Gleichwertigkeit gegeben ist - die berufliche Pflegeausbildung verkürzen.

Es gibt besondere Verkürzungsregelungen, die die vom Gesetzgeber als wichtig angesehene Durchlässigkeit im Übergang von Assistenz- und Helferberufen in der Pflege zur Pflegefachkraftausbildung fördern sollen. Durch das Pflegeberufegesetz werden Qualitätsverbesserungen in der Ausbildung erreicht(beispielsweise die Aufwertung der Praxisanleitung, Anhebung der Qualifikation des Lehrpersonals).

Finanzierung der Pflegeausbildung

Im Pflegeberufegesetz wird die einheitliche Finanzierung der beruflichen Pflegeausbildung statuiert. Die Finanzierung findet statt über Ausbildungsfonds auf Landesebene, an denen sich alle Akteure des Pflegebereichs finanziell beteiligen. Es wurde ein Umlageverfahren geschaffen, das Wettbewerbsnachteile für ausbildende Betriebe im Vergleich zu nicht-ausbildenden Einrichtungen vermeidet.

Die Auszubildenden müssen für ihre Pflegeausbildung keine Kosten tragen. Im Gegenteil wird eine angemessene Ausbildungsvergütung gezahlt. Klar, dass dies die Attraktivität der beruflichen Pflegeausbildung erhöht und damit ein wichtiges Signal zur Aufwertung des Pflegeberufs setzt, in dem immer noch überwiegend Frauen tätig sind.

Abschlussmöglichkeiten in der Pflegeausbildung

Pflegefachfrau - Pflegefachmann

Wie dargestellt, lautet der Berufsabschluss der generalistischen Ausbildung "Pflegefachfrau" bzw. "Pflegefachmann". Die Auszubildenden in der Pflege können sich aber während der Ausbildung auch spezialisieren. Sie können im Bereich im dritten Ausbildungsjahr eine Vertiefung im Bereich der Altenpflege oder der Kinderkrankenpflege wählen. Ihr Berufsabschluss heißt dann "Altenpfleger/in" oder "Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in".

Pflegestudium

Darüber hinaus wird mit dem Pflegeberufegesetz ein Pflegestudium eingeführt, das auf die beruflichen Pflegeausbildung aufbaut und eine weitere Möglichkeit einer Qualifizierung darstellt.

Das Pflegeberufegesetz beschreibt und regelt in den Grundzügen neben der beruflichen Pflegeausbildung an Pflegeschulen dieses Pflegestudium an Hochschulen.

Alte Berufsbezeichnungen gelten fort

Im Pflegeberufegesetz sind Übergangs- und differenzierte Inkrafttretensregelungen enthalten, so dass eine nachhaltige Umsetzung der Reform der Pflegeausbildung sowie den Erhalt der bisherigen Ausbildungsangebote bei einem angestrebten weiteren Ausbau der Ausbildungszahlen möglich sind.

Die bisherigen Berufsbezeichnungen in der Pflege nach dem Altenpflegegesetz und dem Krankenpflegegesetz gelten fort. Man kann jedoch einen Antrag auf eine Umschreibung auf die neue Berufsbezeichnung stellen.

Ergänzende Informationen zur Pflegeausbildung

Seiten des Bundesgesundheitsministeriums zur Pflegeausbildung 2020

Informationen auf Wikipedia zur generalisierenden Pflegeausbildung