Verhinderungspflegegeld 24-Stunden-Pflege

    • Verhinderungspflegegeld 24-Stunden-Pflege

      Hallo,

      mein Großvater benötigt seit einiger Zeit Unterstützung, weil er sich nicht mehr selbst versorgen kann. Bisher haben wir Angehörige ihm geholfen, den größten Teil hat meine Schwester erledigt, da sie ein Fernstudium absolviert und relativ viel Zeit zu Hause verbringt. Da sie jedoch bald wegziehen wird, haben wir uns überlegt eine 24-Stunden-Pflegekraft zu besorgen, die Großvater versorgen soll. Wir rechnen mit ca. 2.000 € monatlich. Allerdings ist uns bisher unklar, und leider konnte da die Beratung im Pflegestützpunkt auch kein Licht ins Dunkle rücken, ob Großvater bei der Pflege zu Hause durch so eine Pflegekraft auch Anspruch auf das Verhinderungspflegegeld hat. Es finden sich unterschiedliche Meinungen darüber im Netz. Kann mir jemand helfen?

      Liebe Grüße
      Flughund
    • Hallo,

      Verhinderungspflege kann erst ab dem Pflegegrad 2 geleistet werden. Auf die Verhinderungspflege besteht ein kalenderjährlicher Leistungsanspruch in Höhe von 1.612,00 Euro für die Dauer von längstens sechs Wochen = 42 Kalendertage.

      Zudem besteht nach § 39 Abs. 2 SGB XI die Möglichkeit, dass ein Leistungsbetrag aus der Kurzzeitpflege von bis zu 806,00 Euro auf die Verhinderungspflege übertragen werden kann. Damit kann im Rahmen der Verhinderungspflege ein maximaler Leistungsbetrag von 2.418,00 Euro für eine Dauer von längstens sechs Wochen je Kalenderjahr in Anspruch genommen werden.
      Als Pflegeperson im Sinne der Verhinderungspflege kommen Angehörige, Ehegatten, Lebenspartner, Nachbarn, Bekannte und sonstige Personen in Betracht, die den Pflegebedürftigen nicht erwerbsmäßig gepflegt haben.

      Nach § 39 Abs. 3 SGB XI wird die Verhinderungspflege maximal in Höhe des Betrages des Pflegegeldes geleistet für die maximale Dauer von sechs Wochen geleistet, wenn die Ersatzpflege durch eine bis zum zweiten Grad verwandte oder verschwägerte Pflegeperson durchführt oder die Pflegeperson mit dem Pflegebedürftigen in häuslicher Gemeinschaft lebt. Damit ist die Verhinderungspflege bei diesem Personenkreis auf das 1,5fache des monatlichen Pflegegeldes begrenzt.

      Neben den genannten Leistungsbeträgen für die Verhinderungspflege selbst können noch weitere Aufwendungen entstehen, welche ebenfalls bis zum maximalen Leistungsanspruch von 1.612,00 Euro erstattet werden können. Hierbei handelt es sich um Fahrkosten oder einen entstandenen Verdienstausfall.

      Gruß - Joerg
    • Hallo Joerg,

      deine Ausführungen sind richtig. Voraussetzungen für den Anspruch auf Verhinderungspflege hat man ab dem 2. Pflegegrad. Allerdings muss davor der pflegende Angehörige mindestens sechs Monate gepflegt haben, bevor er "verhindert" ist und eine Ersatzpflege organisiert werden kann, die durch das Verhinderungspflegegeld finanziert wird.

      Bei der Ersatzpflege (Verhinderungspflege) können auch grundsätzlich professionelle Pflegedienste eingesetzt werden, es müssen also nicht unbedingt andere Verwandte einspringen. Es gibt auch Auswirkungen auf die Höhe des Pflegegeldes im Verhinderungszeitraum. Im Netz habe ich eine ziemlich ausführliche Darstellung gefunden, die Verhinderungspflege bei der Pflege zu Hause beschreibt.

      Gruß
      Tobi

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