Alkohol bei Bewohnern

    • Alkohol bei Bewohnern

      Hallo ihr,
      ich bin neu in diesem Forum und würde mich, bevor ich meine Frage stelle, kurz vorstellen und mich für die Aufnahme bedanken.

      Ich bin seit über 25 Jahren ex. Altenpflegerin, bin 53 Jahre alt, verheiratet mit zwei erwachsenen Kindern. Lebe in NRW und arbeite seit einigen Jahren in einem
      Wohn- und Pflegeheim für Behinderte und alte Menschen.


      Und nun zu meiner Frage.
      Einige behinderte Bewohner bei uns haben einen starken Drang zum Alkohol, der von der Leitung toleriert wird. Man ist der Meinung, die Bewohner sind erwachsen, können selbst entscheiden und deren Platz im Heim müsse man als deren Wohnung sehen und wir sind "nur" die Dienstleister.
      Nun muß man aber beachten, viele haben die Diagnose Alkoholabusus, nehmen z. T. starke Medikamente und nicht selten kommt es, aufgrund des hohen Alkoholkonsums, zu Stürtzen. Ein Beispiel: Vor kurzem sollte eine Bewohnerin morgens zu einer Augen - OP und in der Nacht davor war sie so betrunken, dass sie in ihrer Urinpfütze, da sie unter sich machte aber nicht inkontinent ist, sondern nur aufgrund des hohen Alkoholkonsums unter sich machte, stürtzte. Hinzu kommt, diese Bewohnerin hat einen Herzschrittmacher und ihre Leber ist komplett hin, dennoch toleriert man ihre "Sauferei". Gott sei Dank hatte sie sich nicht doll verletzt, ist aber mit Sicherheit mit einem Restalkohol zu dieser OP gegangen, was dem Arzt bestimmt nicht gesagt wurde (ich kann aber nicht das Gegenteil behaupten, da sie vom Vater zu dieser OP begleitet wurde - dieser aber davon Kenntnis hatte), denn die OP wurde durchgeführt. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Arzt freiwillig so ein Risiko eingeht, da ja Alkohol bekannterweise das Blut verdünnt.


      Ich persönlich kann das alles nicht nachvollziehen und hatte auch schon einige Diskussionen mit meinem Chef, da ich der Meinung bin, wir als Pflegekräfte haben eine Sorgfaltspflicht. Sind es nicht Schutzbefohlene? Es hat doch einen Grund, warum die Bewohner in einer Einrichtung leben und nicht "draußen" in einer eigenen Wohnung. Ich kann damit ganz schwer umgehen. Übertreibe ich? Bin ich im Unrecht?
      Ist das Verhalten der Leitung korrekt, muß ich als Pflegekraft tatsächlich zusehen? Wie ist es mit der Haftung? Gibt es eine gesetzliche Regelung, oder irgendetwas anderes wo bzw wie man sich informieren kann?
      Bitte entschuldigt die vielen Fragen, aber das ist ein Problem was mich massiv beschäftigt und auch irgendwie Angst macht. Was ist wenn sich ein Bewohner so verletzt, das er stirbt oder andere bleibende Schäden davon trägt? Muß ich ihn nicht vor sich selbst schützen?
      Vielen Dank schon mal.



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