Wer darf häusliche Pflege erbringen?

    • Wer darf häusliche Pflege erbringen?

      Hallo,

      ich habe einige Frage an Euch:

      Vorgeschichte: Ich habe den PG 2 und benötige Hilfe bei der Wohnungsreinigung, Einkauf, Kochen, Begleitung. Für die Wohnungsreinigung habe ich eine professionelle Reinigungsfirma.

      1. Meine Pflegekasse meinte jetzt ganz plötzlich, dass der vom MDK festgestellte Hilfebedarf grundsätzlich nicht von professionellen Firmen (Ausnahme: Pflegedienst) erbracht werden dürfen. Stimmt das so?

      2. Neben der professionellen Reinigung betreuen mich auch ständig wechselnde Privatpersonen - zusammen aber weniger als 10 Stunden pro Woche. Nun möchte ich PK, dass ich die genauen Daten dieser Personen nenne, obwohl diese es nicht wünschen. Es geht um die Prüfung einer Rentenversicherungspflicht. Ich lasse den Privatpersonen lediglich kleine Aufmerksamkeiten als Dankeschön zukommen. Wie verhalte ich mich richtig?

      Würde mich über Tipps freuen - bin verzweifelt.
    • Grundsätzlich darf jeder häusliche Pflege erbringen, soweit er alt genug ist und guten Willens ist, das zu tun.
      Problem ist nur, wer das zahlen soll. Vorab, eine Reinigungsfirma sollten Sie nicht beauftragen. Diese müssten Sie nämlich selbst bezahlen.

      Bei Pflegegrad 2 stehen Ihnen Pflegesachleistungen in Höhe vom 689 Euro, alternativ Pflegegeld über 316 Euro, zuzüglich 125 Euro für Betreuungs- und Entlastungsleistungen zu, jeweils monatlich, zu. Im Klartext: Wenn Sie einen Pflegedienst Ihrer Wahl beauftragen, stehen Ihnen bis zu 689 + 125 = 814 Euro zu, die zwischen der Pflegekasse und dem Pflegedienst jeden Monat direkt abgerechnet werden. Wenn Sie aber eine Reinigungsfirma damit beauftragen, zahlt die Pflegekasse nichts und Sie müssen alles selbst bezahlen.

      Die Pflegekasse zahlt also bis zu 814 Euro an den Pflegedienst für Ihre körperbezogene Pflege sowie Hauswirtschaft, Einkaufen, Spazierengehen etc.

      Grundsätzlich wird die Pflegekasse keine Leistungen an Ihre privaten Pflegekräfte erbringen. Warum diese deren Namen wissen will, kann ich nicht nachvollziehen. Rentenpunkte bei der Rentenversicherung können die privaten Pflegekräfte nur erhalten, wenn diese mind. 10 Stunden wöchentliche Pflege leisten. Die Pflegebedürftigen müssen nicht ein und dieselbe Person sein. Stunden der Pflegeleistungen für mehrere Bedürftige werden summiert. Nur dann muss die Pflegekasse die Daten der privaten Pflegepersonen kennen.

      Interessant wird es für Sie aber, wenn Sie nur teilweise oder gar keine körperbezogene Leistungen benötigen und den Betrag von 814 Euro nicht voll in Anspruch nehmen müssen. Dann nämlich würden Sie sinnvollerweise natürlich die Pflege als "Kombinationsleistung" in Anspruch nehmen. Das bedeutet für Sie, dass Sie - prozentual gekürzt- das alternative Pflegegeld zusätzlich auf Ihr Konto überwiesen bekommen. Das können im Grenzfall bis zu 316 Euro, monatlich sein - die Sie quasi auf die Kralle kriegen. Ihnen könnten nämlich noch rückständige Betreuungs- und Entlastungsleistungen aus den Jahren 2015 und 2016 zustehen.....

      Die Kombinationsleistung muss gesondert beantragt werden. Sie sollten aber vorher eine Beratungshilfe bei der Pflegekasse einholen.
      Beachten Sie, dass Sie bei PG 2 jedes halbe Jahr mind. 1 x eine Beratung bei Ihrer Pflegekasse abrufen müssen, weil Sie sonst Ihren Anspruch verlieren. Viele vergessen das.
      Viel Glück.
      Joerg

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Joerg ()

    • Ich stimme hier Joerg voll und ganz zu, jedes Familienmitglied oder auch gute Freunde oder Bekannte dürfen Pflegen. Problem ist hier meist, dass die wenigsten das dauerhaft durchhalten. Auch werden diese " Dienste" nicht wirklich von der Kasse entlohnt. Wer wirklich eine gute Versorgung haben will, muss daher auf private Pflegedienste zurückgreifen. Diese sind laut pflegeversicherung-heute.de/ sehr kostspielig.

    Impressum

    Ein Angebot des Vereins "Für soziales Leben e.V."