Hallo,
ich (45) arbeite seit insgesamt 8 Jahren als Hilfskraft in der Pflege.
Seit gut drei Jahren bin ich in Vollzeit in einem Seniorenheim tätig.
Nicht nur mir macht eine examinierte Kollegin (Krankenschwester; Alkoholprobleme) zu schaffen, für die einige von uns generell mitschuften: sie versorgt 1-2 Bewohner und "verschwindet" dann: (Stationszimmer; Raucherpausen; Teeküche), oder schlendert in allergrößter Ruhe von Zimmer zu Zimmer; die Hände in den Kitteltaschen und gibt besserwisserische Kommentare von sich, ohne mitanzupacken. Mit Vorliebe ist sie im Stationszimmer; richtet Tabletten, die nie stimmen, erledigt teils unnütze, aber Zeitintensive "Botengänge", die sie jedesmal mit einer Raucherpause verbindet.
Ich renne zwischen 2-3 Bewohnern hin und her, die gleichzeitig etwas brauchen oder zu Anwendungen gebracht werden müssen und versuche, allen gerecht zu werden.
Nebenher versorge ich mind. 10 - 15 Bewohner (waschen, baden oder duschen; Bewegungsveränderungen, Transfer aus den Betten, Toilettentraining und Wechsel der Inkontinenzartikel, Ankleiden, Essen und Trinken verabreichen, Putzarbeiten wie Betten desinfizieren und neu beziehen, Desinfizieren der Nachtstühle, Rollstühle und Rollatoren, Küche, Tische und Nachtkästchen; Aufräumarbeiten, fachgerechtes Sortieren der Wäsche und wegbringen sowie Holen von Wäsche in die Wäscherei; einsortieren des schmutzigen Geschirrs; wegbringen und holen -sowie Ausräumen des gereinigten Geschirrs. Mahlzeiten wie Frühstück müssen bereitet werden; Kaffee aus der Küche geholt werden. Auch die Hauptmahlzeiten müssen geschöpft und ausgetragen werden. Während die Kollegin in Ruhe die bereits gestellten Medikamentenbecher der Bewohner austeilt, hole ich ca. 7 Bewohner aus den Betten; inkl. Morgenmantel anziehen, fixieren und vorbereiten für die Mahlzeiten. Nachdem das Mittagessen verabreicht ist, bringe ich dieselben Bewohner wieder zu Bett und bereite den Nachmittagskaffe samt Kuchen vor. Das war der Frühdienst von 6 Uhr bis 13:30 Uhr - und ich habe bestimmt noch vieles nicht erwähnt.
Ich arbeite in einer kirchlichen Einrichtung; im Frühdienst finden zwei Gottesdienste statt und die Arbeitsabläufe müssen sich nach diesen Zeiten richten.
Das alles wäre machbar, wenn alle an einem Strang ziehen würden.
Als Hilfskraft, die der Arbeit hinterher rennt; vor allem, wenn ich mitbekomme, dass die exam. Kollegin eine ruhige Kugel schiebt und nichts voran geht, bin ich inzwischen sehr zermürbt; habe auch gesundheitlich sehr große Probleme an den Schultern und im Nackenbereich und werde in Kürze an einer Schulter operiert (Impengementsyndrom; Schleimbeutel entfernt; Schulterdach erweitert; evt. Sehne angerissen). Die Arbeit kann ich schon seit langem nur noch mit starken Schmerzmitteln erledigen (Ibuflam 800).
Das Arbeitsmuster dieser Kollegin ist bekannt. Doch es passiert nichts: wohlbemerkt, sie macht das überwiegend mit uns Helferinnen; besser gesagt, mit den Leistungsstarken. Sie kommt ausgeruht nach Hause und bei mir ist Schicht im Schacht, wenn ich mit dem Dienst fertig bin.
Habt Ihr Tipps für mich, was ich noch machen könnte, um die "Kollegin" zu mehr Leistung zu animieren? Die PDL sagte zu mir mal, ich solle halt dann auch langsamer machen. Das sieht dann so aus: die Bewohner bekommen nichts zu trinken, denn sie verabreicht vom Frühstück bis Mittagessen keinen Tropfen mehr. Und sie hängen sitzend = schlafend in den Betten; werden nicht in bequemere Positionen gebracht, nachdem das Frühstück zu Ende ist. Es würde keine Bewegungsveränderung stattfinden. Die Liste könnte ich beliebig weiterführen.....
Ich bin kurz davor, das Handtuch zu schmeißen.

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